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Kulturschaffende kritisieren Einstufung von Palestine Action als terroristische Vereinigung durch das Vereinigte Königreich

Geprüft von Sarah Mitchell · 5 Min. Lesezeit
Kulturschaffende kritisieren Einstufung von Palestine Action als terroristische Vereinigung durch das Vereinigte Königreich
Frank Barat · CC BY 4.0 · Quelle
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Im Oktober 2026 richtete ein Bündnis aus über 150 prominenten Schriftstellern, Schauspielern und Kulturschaffenden einen offenen Brief an die Regierung des Vereinigten Königreichs, in dem sie die Aufhebung der Einstufung von Palestine Action als terroristische Vereinigung forderten. Diese kollektive Aktion folgte auf die Entscheidung der irischen Romanautorin Sally Rooney und ihres Verlags Faber and Faber, den Vertrieb ihrer Bücher im Vereinigten Königreich einzustellen. Die Unterzeichner, darunter die Nobelpreisträgerinnen Annie Ernaux und Anne Carson, argumentieren, dass die aktuelle Anwendung der Anti-Terror-Gesetzgebung eine repressive Absurdität darstelle, die die Meinungsfreiheit einschränke und politisch abweichende Meinungen effektiv zensiere.

Die Kontroverse dreht sich um die rechtlichen Auswirkungen der Entscheidung des Vereinigten Königreichs vom Juli 2025, Palestine Action als terroristische Organisation zu verbieten. Da Rooney öffentlich ihre Absicht bekundet hat, Tantiemen an die Gruppe zu spenden, erklärte Faber and Faber, dass es rechtlich untersagt sei, die im Vereinigten Königreich erzielten Einnahmen an sie zu überweisen. Nach dem Terrorism Act ist die finanzielle Unterstützung einer verbotenen Organisation eine Straftat. Infolgedessen werden Rooneys Werke, darunter „Normal People“ und „Conversations with Friends“, aus dem britischen Einzelhandel zurückgezogen, sobald die aktuellen Bestände aufgebraucht sind. Die Unterzeichner des offenen Briefes, zu denen auch die Schauspieler Paul Mescal und Tilda Swinton sowie die Schriftsteller Zadie Smith und Arundhati Roy gehören, bezeichneten dieses Ergebnis als einen Affront gegen grundlegende demokratische Prinzipien.

Das britische Innenministerium verteidigte das Verbot und betonte, dass die Entscheidung einem vom Parlament gebilligten, evidenzbasierten Prozess gefolgt sei. Beamte halten daran fest, dass friedlicher Protest zwar ein Recht bleibe, die Aktionen von Palestine Action – zu denen die Beschädigung von Flugzeugen auf der RAF Brize Norton und Angriffe auf Einrichtungen von Elbit Systems gehörten – die Einstufung jedoch gerechtfertigt hätten. Die Gruppe ficht das Verbot derzeit an; eine Anhörung vor dem Supreme Court ist für November 2026 angesetzt. Die von Mitgründerin Huda Ammori eingereichte Berufung wird die Rechtmäßigkeit der Einstufung einer inländischen Protestgruppe auf derselben Liste wie internationale militante Organisationen wie Hamas und Hisbollah prüfen. Es wird erwartet, dass das Ergebnis dieses Verfahrens einen bedeutenden Präzedenzfall für die Schnittstelle zwischen nationalen Sicherheitsgesetzen und bürgerlichen Freiheiten im Vereinigten Königreich schaffen wird.

Zentrale Entwicklungen

  • Mehr als 150 Kulturschaffende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie das Vereinigte Königreich auffordern, das Verbot von Palestine Action aufzuheben.
  • Die irische Autorin Sally Rooney zog ihre Bücher aus dem britischen Vertrieb zurück, aufgrund der Anti-Terror-Gesetzgebung.
  • Der Verlag Faber and Faber erklärte, dass er die Tantiemen aus dem Vereinigten Königreich rechtlich nicht an Rooney überweisen kann, weil sie die Gruppe unterstützt.
  • Palestine Action wurde im Juli 2025 nach einem Vorfall auf dem Stützpunkt RAF Brize Norton zur Terrororganisation erklärt.
  • Das Verbot setzt die Aktivistengruppe auf dieselbe rechtliche Liste wie die Hamas und die Hisbollah.
  • Der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs wird die Rechtmäßigkeit des Verbots im November 2026 prüfen.

Hintergrund

Palestine Action entstand als ein bekanntes Netzwerk für direkte Aktionen, das sich darauf konzentrierte, den Betrieb von Unternehmen mit Verbindungen zur israelischen Verteidigungsindustrie zu stören. Die Hauptziele waren Einrichtungen von Elbit Systems, einem israelischen Waffenhersteller mit mehreren Standorten im Vereinigten Königreich. Aktivisten der Gruppe beteiligten sich häufig an direkten Aktionen, bei denen sie rote Farbe verwendeten, Standorte besetzten und Ausrüstung demontierten, um gegen den Krieg in Gaza zu protestieren. Die Eskalation dieser Taktiken führte zu einer verstärkten Beobachtung durch die Strafverfolgungsbehörden und zu Tausenden von Festnahmen über mehrere Jahre hinweg.

Die strategische Landschaft veränderte sich im Juni 2025 nach einem Vorfall auf der RAF Brize Norton grundlegend. Aktivisten drangen in den Militärflugplatz ein und verursachten umfangreiche Schäden an Flugzeugen – eine Tat, die die Regierung als schwerwiegende Sicherheitsverletzung einstufte. Am 5. Juli 2025 stufte die Labour-Regierung Palestine Action offiziell als terroristische Organisation ein. Diese Einstufung stellte die Gruppe in dieselbe rechtliche Kategorie wie Hamas und Hisbollah, wodurch Mitgliedschaft, Unterstützung oder Finanzierung der Gruppe zu einer schweren Straftat wurden. Während die Gruppe in Irland, wo Sally Rooney lebt, weiterhin legal ist, schufen die strengen Finanzvorschriften des Vereinigten Königreichs gemäß dem Terrorism Act eine Barriere für den Vertrieb ihres geistigen Eigentums. Diese rechtliche Reibung hat nun eine inländische Sicherheitspolitik in eine hochkarätige internationale Debatte über literarische Freiheit verwandelt.

Zeitachse

  1. Aktivisten dringen in die RAF Brize Norton ein und verursachen umfangreiche Schäden an Militärflugzeugen.

  2. Die britische Labour-Regierung stuft Palestine Action offiziell als terroristische Vereinigung ein.

  3. Sally Rooney und Faber and Faber kündigen den Rückzug ihrer Bücher vom britischen Markt an.

  4. Über 150 Kulturschaffende veröffentlichen einen offenen Brief im New Statesman, in dem sie das Verbot verurteilen.

  5. Der britische Supreme Court wird voraussichtlich über eine von Huda Ammori eingereichte Berufung gegen das Verbot entscheiden.

Perspektiven

Kulturschaffende Unterzeichner

Lehnen das Verbot als eine Form der Zensur und als Eingriff in die Gedanken- und politische Meinungsfreiheit ab.

UK Home Office

Verteidigt die Einstufung als terroristische Vereinigung als notwendige Sicherheitsmaßnahme aufgrund der direkten Aktionsformen der Gruppe.

Faber and Faber

Beharrt auf einer juristischen Position und erklärt, dass sie keine Bücher vertreiben können, wenn Lizenzgebühren nicht rechtmäßig an den Autor überwiesen werden können.

Zitate

“Sally Rooney is a writer, not a terrorist. Her books must be available to the public.”

Übersetzung: “„Sally Rooney ist eine Schriftstellerin, keine Terroristin. Ihre Bücher müssen der Öffentlichkeit zugänglich sein.“”

— Signatories of the Open Letter, Eine Erklärung, die in dem im New Statesman veröffentlichten Brief zur Unterstützung der irischen Autorin enthalten ist.

“repressive absurdity”

Übersetzung: “„repressive Absurdität“”

— Signatories of the Open Letter, Beschreibung der Verwendung von Antiterrorgesetzen durch die britische Regierung, um die Aktivistengruppe zu verbieten.

“evidence-based process approved by Parliament”

Übersetzung: “„evidenzbasierten Prozess, der vom Parlament genehmigt wurde“”

— Home Office spokesperson, Verteidigung der Entscheidung, Palestine Action als Terrororganisation einzustufen.

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