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Irakische Kurdenführer schlagen Friedensinitiative zwischen Iran und im Exil lebenden iranischen Kurden-Gruppen vor

Geprüft von Sarah Mitchell · 6 Min. Lesezeit
Irakische Kurdenführer schlagen Friedensinitiative zwischen Iran und im Exil lebenden iranischen Kurden-Gruppen vor
Naser Jafari-Tasnim · CC BY 4.0 · Quelle
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Führer der Regionalregierung von Kurdistan im Norden Iraks kündigten während des jährlichen Forums des Middle East Research Institute in Erbil am 12. Oktober 2026 an, dass sie Gespräche mit den iranischen Behörden geführt haben, um einen Friedensprozess zwischen Teheran und im Exil lebenden iranischen kurdischen Oppositionsgruppen zu initiieren. Der Führer der Patriotischen Union von Kurdistan, Bafel Talabani, erklärte, dass vorläufige Gespräche in Teheran stattgefunden hatten, um jahrzehntelange Feindseligkeiten beizulegen und die autonome Region vor wiederholten grenzüberschreitenden Bombardements zu schützen.

Talabani verglich die Initiative mit den Verhandlungen des türkischen Staates, die im Oktober 2024 mit der Arbeiterpartei Kurdistans eingeleitet wurden, und merkte an, dass iranische Beamte positiv auf die regionale Vermittlung reagiert hatten. Präsident Nechirvan Barzani der Region Kurdistan schrieb eine vorsichtigere Haltung ein, und stellte klar, dass Gespräche zwar aktiv in Betracht gezogen und in Teheran angesprochen wurden, sie jedoch noch nicht das formale Stadium erreicht haben, das in der Türkei erreicht wurde. Barzani rügte zudem die iranischen Kurden-Gruppen für ihr unverantwortliches Verhalten seit dem Ausbruch des umfassenderen US-Israel-Iran-Krieges am 28. Februar 2026, und behauptete, dass ihre Rhetorik das irakische Kurdistan gefährde und regionale Sicherheitskräfte dazu veranlasst habe, die internationale Grenze zu verstärken und zu versiegeln.

Die Friedensinitiative folgt auf den Abzug der US-geführten Koalitionsstreitkräfte am 30. September 2026 aus dem Irak, ein Abzug, der die Region Kurdistan ihrer Luftverteidigung beraubte. Der Iran hat seit Ende Februar 2026 mehr als 1.000 Raketen- und Drohnenangriffe auf den Norden Iraks gestartet, wobei 32 Menschen getötet wurden, darunter 19 Mitglieder der kurdischen Opposition. Die Oppositionsgruppen berichteten hingegen von 420 Angriffen, die 23 Todesopfer forderten. Teheran führte unmittelbar nach dem Abzug der Koalition drei Drohnenangriffe durch, darunter einen Angriff am 12. Oktober auf das Azadi-Camp der Demokratischen Partei von Iran-Kurdistan in der Nähe von Koya und einen Angriff am 8. Oktober in Khabat nördlich von Erbil.

Die im Exil lebenden Oppositionsgruppen äußerten tiefes Misstrauen und erklärten, dass sie weder über die Initiative informiert worden waren noch darin involviert waren. Fariba Mohammadi von Komala und Sprecher der Kurdistan Freedom Party erklärten, dass sie keine formalen Dialogvorschläge von Teheran oder Dritten erhalten hatten, und führten die vergangenen Attentate auf kurdische Verhandlungsführer als Grund für das Misstrauen an. Unterdessen bestätigte Khalid Azizi, Sprecher der Demokratischen Partei von Iran-Kurdistan, dass die Partei Bagdad und Erbil versprochen habe, das irakische Territorium nicht als Ausgangspunkt für Operationen zu nutzen. Irakische, kurdische und iranische Beamte werden sich am 19. Oktober 2026 treffen, um die Grenzsecurity unter dem bilateralen Abkommen von 2023 zu besprechen.

Zentrale Entwicklungen

  • Der Führer der Patriotischen Union von Kurdistan (PUK) Bafel Talabani gab bekannt, dass laufende Gespräche mit Teheran über einen Friedensprozess mit iranischen kurdischen Oppositionsparteien geführt werden.
  • Präsident der Region Kurdistan, Nechirvan Barzani, bestätigte, dass das Friedenskonzept in Teheran geprüft wird, aber warnte, dass es noch keine fortgeschrittenen Verhandlungsstadien erreicht hat.
  • Wichtige iranische kurdische Oppositionsfraktionen, darunter Komala und die Kurdistan Freedom Party, erklärten, dass sie weder eine Kontaktaufnahme noch formelle Dialogvorschläge erhalten haben.
  • Die diplomatische Initiative folgt auf den Abzug der US-geführten Koalitionstruppen am 30. September 2026, wodurch der Norden des Irak ohne Koalitions-Luftverteidigungssysteme blieb.
  • Iran hat seit dem 28. Februar 2026 über 1.000 Drohnen- und Raketenangriffe in Iraqi Kurdistan durchgeführt, wobei 32 Menschen getötet wurden.
  • Die irakischen kurdischen Behörden setzten Truppen entlang der iranischen Grenze ein, um Oppositionsgruppen daran zu hindern, grenzüberschreitende Angriffe zu starten.
  • Irakische, kurdische und iranische Beamte arrangierten ein Sicherheitstreffen, das für den 19. Oktober 2026 geplant ist, um die Präsenz von im Exil lebenden Oppositionsgruppen zu prüfen.

Hintergrund

Tausende von iranisch-kurdischen Flüchtlingen und bewaffneten Oppositionsmitgliedern leben seit den 1980er Jahren im Exil in irakischem Kurdistan, darunter Gruppen wie die Demokratische Partei von Iran-Kurdistan, Komala, die Kurdistan Free Life Party und die Kurdistan Freedom Party. Im März 2023 schlossen Bagdad und Teheran einen bilateralen Sicherheitsvertrag ab, der die irakischen Behörden verpflichtete, diese Oppositionsfraktionen von der Grenze wegzuzuweisen und ihre Lager zu entwaffnen. Die Spannungen verschärften sich, nachdem der Iran den im Exil lebenden Gruppen die Anstiftung zu den Protesten „Frau, Leben, Freiheit“ im Jahr 2022 vorgeworfen hatte, woraufhin ihre Einrichtungen im Norden Iraks periodischen Drohnen- und Artillerieangriffen ausgesetzt waren.

Diplomatische Annäherungen zwischen Teheran und kurdischen Fraktionen haben eine belastete Geschichte, die durch frühere Scheitern und Gewalt gekennzeichnet ist. Hochkarätige Verhandlungen brachen zusammen, nachdem die kurdischen Führer Abdul Rahman Ghassemlou in Wien 1989 und Sadegh Sharafkandi in Berlin 1992 ermordet wurden, was die Oppositionsgruppen iranischen Staatsagenten zuschreiben. Obwohl eine begrenzte Waffenruhe von 2011 zwischen dem Iran und der Kurdistan Free Life Party die Hinrichtungen von politischen Gefangenen im Austausch für die Einstellung bewaffneter Operationen stoppte, führten spätere Gespräche in Oslo im Jahr 2019 zwischen vier kurdischen Parteien zu keiner politischen Einigung.

Zeitachse

  1. Der Führer der Demokratischen Partei von Iran-Kurdistan, Abdul Rahman Ghassemlou, wird während Friedensgesprächen mit iranischen Gesandten in Wien ermordet.

  2. Der PDKI-Führer Sadegh Sharafkandi wird während diplomatischen Beratungen der iranischen Kurden in Berlin ermordet.

  3. Bagdad und Teheran unterzeichnen einen bilateralen Sicherheitsvertrag, der den Irak dazu verpflichtet, im Exil lebende iranische kurdische Oppositionsgruppen zu entwaffnen und von der Grenze wegzudrängen.

  4. Die Vereinigten Staaten und Israel führen Militärschläge gegen den Iran durch, was die irakisch-kurdischen Behörden dazu veranlasst, die Grenzen gegen grenzüberschreitende kurdische Angriffe zu schließen.

  5. Der PUK-Führer Bafel Talabani trifft den iranischen Außenminister Abbas Araghchi in Teheran, um über die gemeinsame Grenzsecurity zu sprechen.

  6. Die US-geführte Koalition zieht ihre Truppen aus dem Irak ab, wodurch die Region Kurdistan ihrer von der Koalition betriebenen Luftverteidigungssysteme beraubt wird.

  7. Ein iranischer Drohnenangriff trifft ein Lager, in dem iranisch-kurdische Flüchtlinge im Bezirk Khabat nördlich von Erbil untergebracht sind.

  8. Eine iranische Drohne greift das PDKI Azadi Camp in Koya an, während irakisch-kurdische Führer beim MERI-Forum über einen iranisch-kurdischen Friedensprozess diskutieren.

  9. Irakische, kurdische und iranische Sicherheitsbeamte führen planmäßige Gespräche über den Status der iranisch-kurdischen Oppositionsparteien im Norden des Irak durch.

Perspektiven

Patriotic Union of Kurdistan

Befürwortet einen umfassenden, vermittelten Friedensdialog mit dem Iran, der nach dem Vorbild des türkisch-PKK-Prozesses gestaltet ist, um Grenzfeindseligkeiten beizulegen und Luftangriffe zu stoppen.

Kurdistan Regional Government Presidency

Unterstützt eine friedliche politische Beilegung, betont jedoch, dass die Gespräche nur vorläufig sind, während sie iranische kurdische Gruppen strikt untersagen, irakisches Territorium für Angriffe zu nutzen.

Iranian Kurdish Opposition Groups

Bleiben aufgrund vergangener politischer Attentate äußerst misstrauisch gegenüber Teheran, bestreiten die Kenntnis der vorgeschlagenen Initiative und betonen, dass keine Voraussetzungen für einen Dialog existieren.

Government of Iran

Bezeichnet die im Exil lebende kurdische Opposition als Terroristen, besteht auf einer Entmilitarisierung der Grenze gemäß dem Sicherheitsabkommen von 2023 und führt weiterhin einseitige Drohnenangriffe gegen kurdische Stützpunkte durch.

Zitate

“We are at the beginning of a similar process with our Iranian brothers and sisters. Iran has offered to help us create a general peace process in the region. I think this dialogue will be very, very important.”

Übersetzung: “Wir befinden uns am Anfang eines ähnlichen Prozesses mit unseren iranischen Brüdern und Schwestern. Der Iran hat angeboten, uns bei der Schaffung eines allgemeinen Friedensprozesses in der Region zu helfen. Ich denke, dass dieser Dialog sehr, sehr wichtig sein wird.”

— Bafel Talabani, Während eines Beitrags beim Forum des Middle East Research Institute in Erbil über Gespräche, die mit iranischen Beamten in Teheran geführt wurden.

“A process similar to Turkey's peace process in Iran may not have begun yet, but it is being considered. At all our meetings in Tehran, this issue has been part of our discussions.”

Übersetzung: “Ein Prozess ähnlich dem türkischen Friedensprozess im Iran hat möglicherweise noch nicht begonnen, sondern wird derzeit in Erwägung gezogen. Bei all unseren Treffen in Teheran war dieses Thema Teil unserer Diskussionen.”

— Nechirvan Barzani, Ansprache an die Delegierten beim Forum des Middle East Research Institute bezüglich der Durchführbarkeit eines iranisch-kurdischen Friedenswegs.

“At present, there is neither any groundwork for dialogue between the Kurdish nation and Iran nor any indication that such dialogue is forthcoming. We approach this issue with caution, drawing lessons from past experiences and refusing to give Iran's deceitful and dishonest authorities any opportunity to manipulate us through political manoeuvring and false promises.”

Übersetzung: “Derzeit gibt es weder eine Grundlage für einen Dialog zwischen der kurdischen Nation und dem Iran noch Anzeichen dafür, dass ein solcher Dialog bevorsteht. Wir gehen mit Vorsicht an diese Angelegenheit heran, ziehen Lehren aus vergangenen Erfahrungen und weigern uns, den betrügerischen und unehrlichen Behörden des Iran jede Gelegenheit zu geben, uns durch politische Manöver und falsche Versprechen zu manipulieren.”

— Kurdistan Freedom Party representative, Antwort auf Medienanfragen bezüglich der Behauptungen über einen entstehenden Friedensrahmen mit Teheran.

“We have discussed this with both the Iraqi government and the Kurdistan Regional Government. We have decided and pledged that we will not turn Iraqi Kurdistan or Iraq into a rear front.”

Übersetzung: “Wir haben dies sowohl mit der irakischen Regierung als auch mit der Regionalregierung von Kurdistan diskutiert. Wir haben entschieden und zugesagt, dass wir den irakischen Kurdistan oder den Irak nicht in eine rückwärtige Front verwandeln werden.”

— Khalid Azizi, Bestätigung der Verpflichtung der Demokratischen Partei von Kurdistan Iran, davon abzusehen, von aus dem irakischen Kurdistan aus militärische Offensiven in den Iran zu starten.

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