Israelische Menschenrechtsgruppen dokumentieren Zunahme von Gummigeschossen durch Gefängniswärter gegen Häftlinge
Israelische Menschenrechtsorganisationen haben eine starke Zunahme von Gummigeschossen, die von Gefängniswärtern gegen Häftlinge in Haftanstalten abgefeuert wurden, dokumentiert, häufig aus nächster Nähe und in engen Räumen ohne vorherige Unruhen. In Berichten, die im Oktober 2026 veröffentlicht wurden, legten Physicians for Human Rights Israel und das Public Committee Against Torture in Israel offen, dass in fünf Haftzentren mindestens 21 bis 22 Fälle von Projektilschüssen abgezeichnet wurden, die fast ausschließlich palästinensische Gefangene sowie einen israelischen Häftling betrafen.
Medizinische Unterlagen und Häftlingszeugnisse beschreiben schwere Traumata in Zellen, Außenhöfen und Wartebereichen für Rechtsberatungen. Im Gefängnis Ketziot im Süden Israels bestätigten Krankenhausakten des Soroka Medical Center, dass ein 45-jähriger Gefangener im Juni 2026 an einem vollständig zertrümmerten Hoden litt, der chirurgisch entfernt werden musste, nachdem Mitglieder der spezialisierten Masada-Einheit Schüsse direkt in seine Zelle abgegeben hatten. Im Juli 2026 benötigte ein weiterer Häftling in derselben Einrichtung eine Notoperation, nachdem ein Gummigeschoss sein linkes Schienbein gebrochen hatte. Weitere Akten beschreiben Gefangene, die an den Knien, Beinen, Magen und im Beckenbereich getroffen wurden, einschließlich eines Häftlings, der erschossen wurde, weil er sich weigerte, in seine Zelle zurückzukehren, während eines Protests gegen unbehandelte Krätze, und eines anderen, der nach einem Schuss im April 2026 für 15 Tage keine medizinische Versorgung erhielt.
Im August 2026 reichten die Menschenrechtsorganisationen formell einen Antrag an den Israel Prison Service ein, um ein generelles Verbot des rechtswidrigen Einsatzes von Gummi- und Kunststoffmunition in engen Räumen zu erwirken. Gemäß den offiziellen Gefängnisvorschriften ist das Personal berechtigt, Waffen nur als letztes Mittel gegen unmittelbare Risiken oder Fluchtversuche einzusetzen. Der Rechtsberater des Israel Prison Service wies jedoch Verbote der Munition zurück und vertrat die Meinung, dass die Behörden keine Rechtfertigung sehen, den Einsatz von Gummigeschossen in angemessenen und angemessenen Weise zu stoppen. Der Gefängnisdienst antwortete nicht auf Presseanfragen bezüglich spezifeller Einsatzregeln oder Fälle von Nahdistanzschüssen, während Rechtsbeistände anmerkten, dass inhaftierte Opfer oft aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen und dem historischen Mangel an Strafverfolgungen davor zurückschrecken, Missbrauch zu melden.
Zentrale Entwicklungen
- Menschenrechtsorganisationen dokumentierten mindestens 21 bis 22 Fälle von Justizvollzugsbeamten, die in fünf Justizvollzugsanstalten Gummigeschosse auf Insassen abfeuerten.
- Fast alle dokumentierten Schießereien fanden zwischen spätem 2025 und der ersten Hälfte des Jahres 2026 statt, was einen drastischen Anstieg gegenüber dem vorherigen Jahrzehnt darstellt.
- Ein 45-jähriger palästinensischer Insasse im Ketziot-Gefängnis musste sich im Juni 2026 einer Organentfernungsoperation unterziehen, nachdem er aus nächster Nähe von der Masada-Einheit beschossen worden war.
- Notoperationen und schwere Verletzungen, darunter Knochenbrüche und Leistentraumata, wurden zusammen mit Vorwürfen anhaltender medizinischer Vernachlässigung verzeichnet.
- Der israelische Strafvollzugsdienst wies die Forderungen von Menschenrechtsgruppen nach einem generellen Verbot zurück und verteidigte den gemessenen und angemessenen Einsatz von nicht tödlichen Munitionsarten.
- Mehr als 9.000 Palästinenser befinden sich weiterhin in israelischen Haftanstalten, während Menschenrechtsaktivisten davor warnen, dass der Beschuss zu routinemäßiger Gewalt geworden ist.
Hintergrund
Israelische Justizvollzugsanstalten und militärische Haftzentren stehen unter ständiger Beobachtung hinsichtlich der Behandlung, medizinischen Versorgung und Lebensbedingungen palästinensischer Häftlinge. Während israelische Streitkräfte zuvor Gummigeschossen während isolierter großer Unruhen, wie bei einem groß angelegten Überfall im Gefängnis Ofer im Jahr 2019, eingesetzt hatten, war der Einsatz von kinetischen Aufprallprojektilen in alltäglichen Wohnzellenblöcken historisch selten. Israel gehört zu einer kleinen Gruppe von Nationen, darunter die Vereinigten Staaten und die Kanada, die es dem Gefängnispersonal formell gestattet, weniger tödliche Munition wie gummiummantelte Projektile und Aufprallmunition zu verwenden.
Die Bedingungen innerhalb des Haftsystems verschlechterten sich nach den von der Hamas geführten Angriffen am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Ausbruch des Gaza-Kriegs drastisch. Israelische Sicherheitskräfte führten Massenverhaftungen im Westjordanland und im Gazastreifen durch, wodurch sich die Häftlingspopulation effektiv verdoppelte. Obwohl ausgewählte Häftlinge im Rahmen früherer Austauschabkommen freigelassen wurden, berichten Monitoring-Gruppen wie Hamoked, dass über 9.000 Palästinenser, darunter hunderte Minderjährige und Dutzende von Frauen, unter anhaltender Dokumentation von Überbelegung, systematischer Misshandlung und unzureichender klinischer Versorgung in israelischer Haft bleiben.
Zeitachse
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Israelische Sicherheitskräfte setzen Gummigeschosse bei einer groß angelegten Razzia im Militärgefängnis Ofer ein.
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Die Hamas verübt Angriffe auf Israel, was Massenfestnahmen im Gazastreifen und im Westjordanland auslöst, die die Zahl der israelischen Insassen verdoppeln.
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Ein palästinensischer Häftling, der in mehreren Haftanstalten festgehalten wird, wird bei einer Zellenrazzia in die Beine geschossen, was einen von mehreren Schusswaffenangriffen aus nächster Nähe darstellt.
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Ein Gefangener wird aus nächster Nähe beschossen und Berichten zufolge 15 Tage lang medizinische Behandlung verweigert, bevor er nach seiner Freilassung operiert wird.
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Ein 45-jähriger Gefangener im Ketziot-Gefängnis wird im Soroka Medical Center einer Notoperation zur Organentfernung unterzogen, nachdem er von der Masada-Einheit mit Gummigeschossen beschossen wurde.
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Ein Insasse im Ketziot-Gefängnis wird nach einem durch gummibeschichtete Munition verursachten Bruch des linken Schienbeins notoperiert.
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Menschenrechtsorganisationen senden einen offiziellen Brief, in dem sie fordern, dass der israelische Strafvollzugsdienst den Einsatz von Gummi- und Plastikgeschossen in geschlossenen Räumen verbietet.
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Menschenrechtsgruppen veröffentlichen öffentlich Ergebnisse, die einen starken Anstieg von Schusswaffenangriffen mit Gummigeschossen auf palästinensische Insassen in israelischen Gefängnissen dokumentieren.
Perspektiven
Physicians for Human Rights Israel und PCATI
Argumentieren, dass der aus nächster Nähe abgegebene Gummigeschoss-Beschuss rechtswidrig, unverhältnismäßig und routinemäßig gegen gewaltfreie Gefangene ohne unmittelbare Bedrohung eingesetzt wird.
Israel Prison Service
Behauptet, dass weniger tödliche Munition in einem angemessenen und geeigneten Maße eingesetzt wird, und bekräftigt die Verpflichtung zur Sicherheit der Häftlinge, während ein Verbot von Gummigeschossen abgelehnt wird.
Detainee Legal Representatives
Behaupten, dass offizielle Beschwerdemechanismen nicht zu Strafverfolgungen führen und Opfer aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Wärter davon abhalten, körperliche Misshandlungen zu melden.
Zitate
“The use of (rubber) bullets against prisoners is a dangerous new development. It is becoming another routine form of violence in Israeli prisons.”
Übersetzung: “Der Einsatz von (Gummigeschossen) gegen Gefangene ist eine gefährliche neue Entwicklung. Er wird zu einer weiteren routinemäßigen Form von Gewalt in israelischen Gefängnissen.”
“I was praying to die. I felt that it's the end.”
Übersetzung: “Ich betete darum zu sterben. Ich hatte das Gefühl, dass es das Ende ist.”
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