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Jordan führt nach Angriff auf Kirche in Karak Luftangriffe in Syrien durch

Geprüft von James Caldwell · 4 Min. Lesezeit
Jordan führt nach Angriff auf Kirche in Karak Luftangriffe in Syrien durch
Qasioun News Agency · CC BY 3.0 · Quelle
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Jordanische Streitkräfte flogen am 26. Oktober 2026 eine Reihe von Luftangriffen im Süden Syriens, die sich gegen mutmaßliche Verstecke des Islamischen Staates (ISIS) richteten. Bei der Operation, bei der F-16-Kampfjets zum Einsatz kamen, konzentrierten sich die Angriffe auf die Provinzen Daraa und Suwayda. Amman bezeichnete die Mission als direkte Vergeltung für den Terroranschlag vom 23. Oktober auf die orthodoxe St.-Georgs-Kirche in der jordanischen Stadt Karak, bei dem neun Christen während einer Beerdigung getötet wurden. Während Jordanien angab, bei den Angriffen etwa 20 Militante neutralisiert zu haben, räumte die Regierung offiziell ein, dass die Operation auch zivile Opfer forderte.

Der jordanische Regierungssprecher Mohammad al-Momani erklärte, erste operative Einschätzungen deuteten auf die Zerstörung eines bedeutenden Waffenlagers und erhebliche Verluste beim Feind hin. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) und örtliche Zivilschutzeinheiten berichteten jedoch, dass mindestens sieben Zivilisten getötet wurden, darunter eine fünfköpfige Familie mit drei Kindern im Dorf Al-Tuff. Die SOHR widersprach zudem den jordanischen Angaben und erklärte, dass in den vorliegenden Berichten von den angegriffenen Standorten keine Verluste unter ISIS, Al-Qaida oder anderen terroristischen Organisationen dokumentiert seien.

Die diplomatischen Folgen haben ein erhebliches Koordinationsdefizit zwischen den Nachbarstaaten aufgezeigt. Obwohl Amman behauptete, die Angriffe seien mit Damaskus abgestimmt gewesen, bestritt die syrische Regierung unter Präsident Ahmed al-Sharaa, eine Vorabinformation erhalten zu haben, und verurteilte die Aktion als inakzeptable Verletzung der Souveränität. Trotz dieser Spannungen einigten sich beide Nationen am 27. Oktober 2026 auf die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses, um die Umstände der Luftangriffe zu untersuchen und den Informationsaustausch zur Abwehr künftiger extremistischer Bedrohungen zu verbessern.

Die Angriffe folgten auf die Festnahme von drei Verdächtigen in Jordanien – zwei Brüdern und ihrem Schwager –, die nach einem Schusswechsel gefasst wurden. Während jordanische Beamte zunächst angaben, die Verdächtigen hätten keine bekannten Verbindungen zu externen Terrorzellen, wurden die nachfolgenden Luftangriffe durch Geheimdienstinformationen gerechtfertigt, die darauf hindeuteten, dass die Schützen von Karak mit Gruppen in Verbindung standen, die jenseits der Grenze operieren. Jordanien, ein wichtiger regionaler Partner der USA, der jährlich 350 Millionen Dollar an Militärhilfe erhält, sieht sich weiterhin internen Sicherheitsherausforderungen durch takfiristische extremistische Ideologien gegenüber.

Zentrale Entwicklungen

  • Jordan führte am 26. Oktober 2026 Luftangriffe in den syrischen Provinzen Dar'a und as-Suwaida durch.
  • Die Operation war eine Vergeltung für einen Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Karak, bei dem neun Menschen getötet wurden.
  • Amman gab an, dass bei den Angriffen 20 IS-Milizionäre getötet und ein großes Waffendepot zerstört wurden.
  • Syrische Behörden und die SOHR meldeten sieben zivile Todesopfer, darunter drei Kinder und einen älteren Mann.
  • Die syrische Regierung bestritt, trotz jordanischer Koordinierungsangaben eine Vorankündigung der Angriffe erhalten zu haben.
  • Beide Nationen einigten sich auf die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses zur Untersuchung der zivilen Todesopfer und zur Sicherheitskoordinierung.
  • Jordanische Sicherheitskräfte nahmen nach einem Feuergefecht drei Verdächtige fest, die mit dem Anschlag auf die Kirche in Verbindung stehen.

Hintergrund

Jordanien fungiert seit langem als stabiler westlicher Verbündeter in einer unbeständigen Region und erhält jährlich etwa 350 Millionen Dollar an Militärhilfe von den Vereinigten Staaten. Seine Luftwaffe, die hauptsächlich aus in den USA hergestellten F-16 besteht, ist häufig an regionalen Anti-Terror-Operationen beteiligt. Das Sicherheitsumfeld veränderte sich nach dem Zusammenbruch der Assad-Dynastie in Syrien im Dezember 2024 grundlegend. Der anschließende Aufstieg einer islamistisch geführten Regierung unter Ahmed al-Sharaa, einem ehemaligen Al-Qaida-Kommandeur, schuf eine komplexe neue Dynamik für Amman, das versucht, die Grenzsicherheit mit der diplomatischen Anerkennung der neuen syrischen Führung in Einklang zu bringen.

Trotz des Wechsels in der syrischen Führung bleibt die Grenzregion ein Durchgangsort für extremistische Aktivitäten und Schmuggel. Im Jahr 2025 gründeten Jordanien und Syrien einen gemeinsamen Sicherheitsausschuss, der das Wiederaufleben des Islamischen Staates bekämpfen und ihre gemeinsame Grenze sichern sollte. Der Angriff auf die orthodoxe St.-Georgs-Kirche in Karak im Oktober 2026 stellte eine seltene Verletzung der inneren Sicherheit Jordaniens dar und löste eine schnelle und aggressive militärische Reaktion aus. Der Vorfall stellt die Wirksamkeit des Sicherheitspakts von 2025 auf die Probe sowie die Fähigkeit der Regierung Sharaa, militante Fraktionen auf ihrem Territorium zu kontrollieren und gleichzeitig ihre Beziehungen zum Westen zu verwalten.

Zeitachse

  1. Die Assad-Dynastie stürzt, und die Regierung von Ahmed al-Sharaa übernimmt die Macht in Syrien.

  2. Jordanien und Syrien vereinbaren die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses zur Sicherung der Grenze und zur Bekämpfung des IS.

  3. Bewaffnete Männer töten neun Christen bei einer Beerdigung in der orthodoxen St.-George-Kirche in Karak, Jordanien.

  4. Jordanische Sicherheitskräfte nehmen nach einem Schusswechsel in Jordanien drei Verdächtige fest.

  5. Jordanien führt Vergeltungs-Luftangriffe in den syrischen Provinzen Daraa und Suwayda durch.

  6. Jordanien räumt zivile Opfer ein, behauptet jedoch, dass 20 IS-Militanten getötet wurden.

  7. Syrien und Jordanien vereinbaren die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses zur Untersuchung der Luftangriffe.

Perspektiven

Jordan

Behauptet das Recht, bestätigte Bedrohungen in Syrien anzugreifen, während es Bedauern über unbeabsichtigte zivile Todesopfer ausdrückt.

Syria (Al-Sharaa Government)

Verurteilt die Verletzung der Souveränität, strebt jedoch eine Aufrechterhaltung der Sicherheitskooperation an, um regionale Instabilität zu verhindern.

Syrian Observatory for Human Rights

Bestreitet die Behauptung von militanten Opfern und berichtet lediglich über zivile Todesopfer in den Zielgebieten.

Zitate

“Operational assessments indicate substantial enemy casualties, estimated at over 20 Daesh (ISIS) operatives killed, alongside the destruction of a major weapons depot.”

Übersetzung: “Einsatzbeurteilungen deuten auf erhebliche feindliche Verluste hin, geschätzt auf über 20 getötete Daesh-Kämpfer (ISIS), sowie auf die Zerstörung eines bedeutenden Waffendepots.”

— Mohammad al-Momani, Rechtfertigung der Luftangriffe als erfolgreiche Terrorismusbekämpfungsoperation als Reaktion auf den Angriff in Karak.

“What did the children who were sleeping have to do with this? We had to pull them out from under the rubble. What did they do to deserve this?”

Übersetzung: “Was hatten die schlafenden Kinder damit zu tun? Wir mussten sie unter den Trümmern hervorziehen. Was haben sie getan, um das zu verdienen?”

— Majed al-Hayjan, Ein Bewohner von Daraa reagiert auf die zivilen Todesopfer während einer Beerdigung für die Opfer der jordanischen Angriffe.

“I came running and found there was no house anymore, no tent, nothing. I couldn’t find anyone. I started looking under the rubble.”

Übersetzung: “Ich rannte herbei und stellte fest, dass es kein Haus mehr gab, kein Zelt, nichts. Ich konnte niemanden finden. Ich begann, unter den Trümmern zu suchen.”

— Masoud al-Salim, Beschreibung der Folgen des Luftangriffs, bei dem seine Frau, sein Sohn und drei Enkelkinder getötet wurden.

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