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UN-Untersuchung stellt fest, dass Israel altersbasierte Verfolgung palästinensischer Kinder begangen hat

Geprüft von Sarah Mitchell · 5 Min. Lesezeit
UN-Untersuchung stellt fest, dass Israel altersbasierte Verfolgung palästinensischer Kinder begangen hat
أمين · CC BY-SA 4.0 · Quelle
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Am 27. Oktober 2026 veröffentlichte die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UN für die besetzten palästinensischen Gebiete ihren fünften Bericht an die UN-Generalversammlung. Darin wird der Schluss gezogen, dass israelische Behörden und Sicherheitskräfte das Verbrechen gegen die Menschlichkeit einer altersbasierten Verfolgung palästinensischer Kinder im besetzten Westjordanland begangen haben. Der Bericht, der den Zeitraum vom 7. Oktober 2023 bis zum 30. September 2026 abdeckt, stellte zudem fest, dass Israel nach einer Waffenruhe im Oktober 2025 fortgesetzte Völkermordhandlungen in Gaza beging. Gleichzeitig kritisierte die Kommission die Palästinensische Autonomiebehörde dafür, das Recht auf Leben verletzt, politische Dissidenten unterdrückt und keine unparteiischen Untersuchungen zu Übergriffen von Sicherheitskräften durchgeführt zu haben.

Zwischen Oktober 2023 und September 2026 töteten israelische Streitkräfte 1,080 Palästinenser im Westjordanland, darunter 237 Jungen und sieben Mädchen, während 10,940 weitere verwundet wurden. Der Bericht dokumentierte explizite Fälle vorsätzlicher Gewalt, darunter einen Vorfall im Juni 2026 in Hebron, bei dem ein israelischer Soldat einem sieben Monate alten Baby aus nächster Nähe in den Kopf schoss, sowie einen Angriff im März 2026 in Tammun, bei dem vier Familienmitglieder getötet wurden. Nach Oktober 2023 gelockerte Einsatzregeln führten zu 254 Todesfällen durch Luftangriffe im Westjordanland, verglichen mit sechs in den vorangegangenen fünfzehn Jahren. Darüber hinaus verursachte die im Januar 2025 gestartete Operation Eiserne Mauer die Vertreibung von über 34,000 Palästinensern bis August 2026. Die Kommission verifizierte zudem schwere Misshandlungen in Haft, darunter Gruppenvergewaltigungen im Gefängnis Megiddo und sexuelle Folter im Militärgefängnis Sde Teiman.

In Gaza töteten israelische Militärangriffe trotz der Waffenruhe vom Oktober 2025 über 1,431 Palästinenser, darunter 300 Kinder. Das israelische Militär weitete seine territoriale Kontrolle entlang der Gelben Linie von 53 Prozent auf 60 Prozent des Territoriums aus, was zu mindestens 196 Todesfällen entlang der sich ausweitenden Grenze führte. Der Kommissionsvorsitzende Srinivasan Muralidhar erklärte, dass gezielte zivile Schäden und Hauszerstörungen Teil einer absichtlichen Strategie zur Auslöschung und Vertreibung von Palästinensern bei gleichzeitiger Schaffung unbewohnbarer Bedingungen sind.

Die offiziellen Reaktionen fielen stark gespalten aus. Israels diplomatische Vertretung in Genf wies die Schlussfolgerungen des Berichtes zurück und forderte die sofortige Auflösung der Untersuchungskommission. Die israelischen Behörden setzten ihre Politik fort, Kommissionsermittlern Einreisevisa und den Zugang zu den Standorten zu verweigern. Die Palästinensische Autonomiebehörde hingegen stellte der Kommission Informationen zur Verfügung, sah sich jedoch scharfer Kritik an ihren Sicherheitsoperationen wie der Operation Schützt die Heimat in Jenin sowie an ihrer anhaltenden Verfolgung von Menschenrechtsverteidigern und Journalisten ausgesetzt.

Zentrale Entwicklungen

  • UN-Untersuchung stellt fest, dass israelische Streitkräfte eine altersbezogene Verfolgung palästinensischer Kinder im Westjordanland begangen haben.
  • Bericht besagt, dass israelische Militäroperation in Gaza trotz der Waffenruhe im Oktober 2025 weiterhin völkermörderische Handlungen begingen.
  • Israelische Luftangriffe töteten von Oktober 2023 bis September 2026 254 Palästinenser im Westjordanland.
  • Die Operation Eiserne Mauer verursachte die größte Vertreibung im Westjordanland seit 1967, wodurch über 34.000 Bewohner vertrieben wurden.
  • Kommission dokumentierte weit verbreiteten Missbrauch in Haft, einschließlich Vergewaltigung im Megiddo-Gefängnis und sexualisierte Gewalt in Sde Teiman.
  • Palästinensische Autonomiebehörde wird beschuldigt, das Recht auf Leben verletzt und Journalisten sowie Menschenrechtsverteidiger ins Visier genommen zu haben.
  • Israels diplomatische Vertretung in Genf wies die Ergebnisse zurück und forderte die sofortige Auflösung der UN-Kommission.

Hintergrund

Die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UN für die besetzten palästinensischen Gebiete einschließlich Ost-Jerusalems und Israel wurde eingerichtet, um mutmaßliche Verstöße gegen das Völkerrecht und humanitäre Normen zu untersuchen. Vor ihrer Vorlage im Oktober 2026 hatte die Kommission bedeutende Erkenntnisse vorgelegt, darunter einen Bericht vom September 2025, in dem festgestellt wurde, dass Israel in Gaza Völkermord begangen hat, sowie einen Bericht vom Juni 2026, in dem die gezielte Visierung palästinensischer Kinder behauptet wurde. Während dieser Untersuchungen haben die israelischen Behörden Kommissionsmitgliedern konsequent die Einreise nach Israel, Gaza und in das Westjordanland verwehrt, wodurch Ermittler gezwungen waren, sich auf visuelle Analysen, digitale Medien, Satellitenbilder und Zeugenaussagen zu stützen.

Der Bericht steht im Einklang mit einer breiteren internationalen rechtlichen Prüfung im Zusammenhang mit dem Konflikt. Im Juli 2024 erließ der Internationale Gerichtshof ein Gutachten, in dem Israels Präsenz in den besetzten Gebieten für rechtswidrig erklärt und die Räumung aller Siedlungen gefordert wurde. Im November 2024 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nachfolgende Haftbefehlsanträge richteten sich gegen Finanzminister Bezalel Smotrich wegen des Vorwurfs der Apartheid im Westjordanland, während Südafrikas Völkermordklage gegen Israel beim IGH weiterhin anhängig ist.

Zeitachse

  1. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich bezeichnet Palästinenser im Westjordanland öffentlich als Nazis.

  2. Die türkisch-amerikanische Aktivistin Aysenur Eygi wird nahe Beita von einem israelischen Soldaten getötet, was die UN als vorsätzliche Tötung einstuften.

  3. Der Internationale Strafgerichtshof erlässt Haftbefehle gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant.

  4. Palästinensische Sicherheitskräfte töten während der Operation „Schutz der Heimat“ einen Mann an einem Kontrollpunkt in Dschenin.

  5. Israel startet die Operation „Eiserne Mauer“ im Westjordanland, was zu weiträumiger Zerstörung und Vertreibung führt.

  6. Der Chef des israelischen Regionalkommandos Mitte, Generalmajor Avi Bluth, erklärt, dass Soldaten in einer Rate töten, wie sie seit 1967 nicht mehr gesehen wurde.

  7. Ein sieben Monate altes palästinensisches Baby wird getötet, als ein israelischer Soldat in Hebron auf ein Auto schießt.

  8. Die Untersuchungskommission der Vereinten Nationen veröffentlicht ihren fünften Bericht, der altersbezogene Verfolgung und Missbrauch in Gewahrsam detailliert.

Perspektiven

UN-Untersuchungskommission

Beschuldigt Israel von Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord und fordert den Internationalen Strafgerichtshof auf, seine Haftbefehle auszuweiten.

Staat Israel

Weist die Untersuchungsergebnisse zurück, verweigert Ermittlern die Einreise und fordert die sofortige Auflösung der Kommission.

Palästinensische Autonomiebehörde

Arbeitete mit den UN-Untersuchungen zusammen, wurde jedoch wegen der Unterdrückung von Dissens und dem Einsatz tödlicher Gewalt ohne Rechenschaftspflicht verurteilt.

Zitate

“The Commission finds that the Israeli authorities utilised settler violence to target the Palestinian civilian population, and intended settlers’ conduct to form part of the ‘attack’ against the civilian population.”

Übersetzung: “Die Kommission stellt fest, dass die israelischen Behörden Siedlergewalt anwandten, um die palästinensische Zivilbevölkerung ins Visier zu nehmen, und dass das Verhalten der Siedler vorsätzlich Teil des „Angriffs“ auf die Zivilbevölkerung sein sollte.”

— UN Commission of Inquiry, Ergebnisse zu koordinierten militärischen Operationen und Siedleroperationen im besetzten Westjordanland.

“The intentional killing and injuring of Palestinian civilians and destruction of homes in the West Bank combined with Israel's persistent denial of responsibility form part of a broader strategy to exterminate and displace Palestinians and impose conditions of life that are unliveable.”

Übersetzung: “Die vorsätzliche Tötung und Verletzung palästinensischer Zivilisten sowie die Zerstörung von Häusern im Westjordanland, kombiniert mit Israels beharrlichem Leugnen der Verantwortung, sind Teil einer umfassenderen Strategie, um Palästinenser auszulöschen und zu vertreiben sowie Lebensbedingungen aufzuerlegen, die unbewohnbar sind.”

— Srinivasan Muralidhar, Pressemitteilung des Vorsitzenden der UN-Untersuchungskommission bezüglich der militärischen Operationen im Westjordanland.

“killing like we haven't since 1967”

Übersetzung: “Tötungen in einem Ausmaß, wie wir es seit 1967 nicht mehr gesehen haben”

— Major General Avi Bluth, Aussage des Chefs des israelischen Zentralkommandos im Mai 2026 zur Beschreibung des Einsatzes von Soldaten.

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