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Belgische Behörden durchsuchen Immobilien im Umfeld der Familie des Präsidenten der DR Kongo im Rahmen einer Bergbau-Untersuchung

Geprüft von James Caldwell · 4 Min. Lesezeit
Belgische Behörden durchsuchen Immobilien im Umfeld der Familie des Präsidenten der DR Kongo im Rahmen einer Bergbau-Untersuchung
Presidenza della Repubblica · Attribution · Quelle
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Am 14. Oktober 2026 führten die belgische Bundespolizei gleichzeitig Durchsuchungen in mehreren Immobilien in Brüssel sowie in den umliegenden Provinzen Flämisch-Brabant und Wallonisch-Brabant durch. Die Durchsuchungen richteten sich gegen Wohnsitze und Vermögenswerte, die mit der Familie und Vertrauten des Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Felix Tshisekedi in Verbindung stehen. Die Operation ist Teil einer groß angelegten Geldwäsche-Untersuchung über die mutmaßliche Veruntreuung von Bergbau-Einnahmen und die Plünderung von Mineralressourcen in den kongolesischen Provinzen Haut-Katanga und Lualaba.

Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft bestätigte, dass die Durchsuchungen durch eine gerichtliche Untersuchung ausgelöst wurden, die im Juli 2025 von einem Kollektiv von Nichtregierungsorganisationen, bekannt als DESC/RDC, und vier ehemaligen Direktoren von Gécamines, dem staatlichen Bergbauunternehmen der DRK, eingereicht wurden. Die Untersuchung konzentriert sich auf neun Personen, bei denen es sich allesamt um belgische Staatsbürger handelt, was die rechtliche Grundlage für das Verfahren in Belgien bildet. Unter den in den ursprünglichen Beschwerden genannten Personen befinden sich die Ehefrau des Präsidenten, Denise Nyakeru, sowie seine Mutter und sein Bruder. Während der Präsident selbst nicht direkt in die Durchsuchungen verwickelt ist, prüft die Untersuchung, ob sein engster Kreis die veruntreuten Gelder nutzte, um einen Lebensstil zu pflegen, der über ihr legitimes Einkommen hinausgeht.

Rechtsvertreter der NGOs, darunter der belgische Anwalt Bernard Maingain und der kongolesische Anwalt Herve Diakese, behaupten, dass Milliarden von Dollar aus der kongolesischen Staatskasse durch die illegale Ausbeutung von Bergbauabfällen, sogenannten Tailings, umgeleitet worden sein könnten. Sie argumentieren, dass diese Ressourcen den lokalen Gemeinschaften und dem kongolesischen Staat gehören. Die Staatsanwaltschaft hat strikte Vertraulichkeit bezüglich der beschlagnahmten Beweise gewahrt, um die Unschuldsvermutung zu schützen, und wiesen darauf hin, dass die Durchsuchungen ein Ermittlungsschritt und noch keine strafrechtliche Haftung begründen.

Als Reaktion auf die Durchsuchungen haben die Anwälte der Familie Tshisekedi die Vorwürfe als völlig unbegründet, falsch und diffamierend zurückgewiesen. Die kongolesische Präsidentschaft hat bisher abgelehnt, eine offizielle Stellungnahme zu der Angelegenheit abzugeben. Die Untersuchung erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt für Präsident Tshisekedi, der derzeit mit erheblichen inländischen Herausforderungen konfrontiert ist, darunter eine bewaffnete Rebellion in Ost-Kongo und politische Kritik an seinem potenziellen Streben nach einer dritten Amtszeit.

Zentrale Entwicklungen

  • Belgische Polizei durchsuchte am 14. Oktober 2026 Immobilien in Brüssel und den umliegenden Provinzen.
  • Die Untersuchung richtet sich gegen neun belgische Staatsangehörige mit Verbindungen zur Familie von DR Kongo-Präsident Felix Tshisekedi.
  • Die Vorwürfe beinhalten Geldwäsche und die Plünderung von Minen in Haut-Katanga und Lualaba.
  • Die Ermittlungen gehen aus einer Beschwerde von NGOs und ehemaligen Gécamines-Direktoren aus dem Juli 2025 hervor.
  • Die Ermittler prüfen die mutmaßliche Veruntreuung von Bergbauerlösen und Abraumhalden.
  • Die Familie Tshisekedi hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und sie als falsch und diffamierend bezeichnet.
  • Die Präsidentschaft der DR Kongo hat eine Stellungnahme zu den laufenden belgischen Gerichtsverfahren abgelehnt.
  • Der Fall unterstreicht die Nutzung europäischer Gerichte zur Aufarbeitung von finanziellem Fehlverhalten im afrikanischen Bergbau.

Hintergrund

Die Demokratische Republik Kongo (DRK) ist ein globales Bergbau-Kraftzentrum, da sie der weltweit führende Produzent von Kobalt und eine wichtige Quelle für Kupfer ist. Diese Mineralien sind entscheidend für die globale Energiewende, insbesondere für die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge und Infrastruktur für erneuerbare Energien. Trotz dieses immensen Reichtums bleibt die DRK eine der ärmsten Nationen der Welt, mit einem Bergbausektor, der häufig von Vorwürfen systemischer Korruption, mangelnder Transparenz und der Veruntreuung von Staatsgeldern durch politische Eliten geplagt ist.

Belgiens Beteiligung an diesem Fall ist in seinen historischen und rechtlichen Verbindungen zur DRK verwurzelt. Belgien regierte den Kongo als Kolonie von 1908 bis 1960, und eine beträchtliche Anzahl kongolesischer Politiker und deren Familien besitzen die belgische Staatsbürgerschaft oder einen Wohnsitz in Belgien. Diese doppelte Staatsbürgerschaft ermöglicht es belgischen Staatsanwaltschaften, die Gerichtsbarkeit über mutmaßliche Finanzverbrechen zu üben, die im Ausland begangen wurden, wenn die Verdächtigen belgische Staatsbürger sind. Präsident Felix Tshisekedi, der 2019 ins Amt kam, steht unter zunehmendem Druck, den Bergbausektor zu reformieren. Seine Regierung wird jedoch derzeit durch eine bewaffnete Rebellion im Osten, angeführt von Kräften, die mit seinem Vorgänger Joseph Kabila in Verbindung stehen, und inländische Unruhen über vorgeschlagene Verfassungsänderungen belastet, die es ihm ermöglichen könnten, seine Präsidentschaft über die aktuellen Amtszeitbegrenzungen hinaus zu verlängern.

Zeitachse

  1. NGOs aus der Region Katanga und ehemalige Gécamines-Direktoren reichen in Belgien eine Geldwäscheanzeige ein.

  2. Belgische Polizeikräfte führen Razzien in Immobilien in Brüssel, Flämisch-Brabant und Wallonisch-Brabant durch.

  3. Die belgische Föderale Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Durchsuchungen Teil einer laufenden Geldwäscheermittlung sind.

  4. Anwälte der Familie Tshisekedi geben eine Erklärung heraus, in der sie die Vorwürfe als falsch und diffamierend zurückweisen.

Perspektiven

DESC/RDC und NGO-Kollektiv

Behaupten, dass Bergbau-Reichtümer, die für das kongolesische Volk bestimmt waren, illegal von einem kleinen Kreis gut vernetzter Personen an sich gerissen wurden.

Belgian Federal Public Prosecutor

Nimmt eine neutrale, vertrauliche Ermittlungshaltung ein, während die Existenz einer Untersuchung wegen Geldwäsche bestätigt wird.

Tshisekedi-Familie

Bestreiten kategorisch jegliches Fehlverhalten und charakterisieren die Untersuchung als diffamierenden Angriff auf ihren Ruf.

Zitate

“The complaint in Belgium concerns the capture of resources by Belgian citizens and the laundering of funds derived from the misappropriation of mining revenues and resources belonging to local communities.”

Übersetzung: “Die Beschwerde in Belgien betrifft die Aneignung von Ressourcen durch belgische Staatsbürger und die Geldwäsche von Mitteln, die aus der Veruntreuung von Bergbauerträgen und Ressourcen stammen, die den lokalen Gemeinschaften gehören.”

— Herve Diakese, Ein kongolesischer Anwalt, der die NGOs vertritt, die die ursprüngliche Beschwerde im Jahr 2025 eingereicht haben.

“In order to safeguard the confidentiality of the investigation and the presumption of innocence, no further details or information will be provided.”

Übersetzung: “Um die Vertraulichkeit der Untersuchung und die Unschuldsvermutung zu wahren, werden keine weiteren Details oder Informationen bereitgestellt.”

— Belgian Federal Public Prosecutor's Office, Eine offizielle Stellungnahme, die nach den gleichzeitigen Razzien in Brüssel und Umgebung veröffentlicht wurde.

“The allegations are entirely unfounded, false and defamatory.”

Übersetzung: “Die Vorwürfe sind völlig unbegründet, falsch und diffamierend.”

— Tshisekedi Family Legal Counsel, Die formelle Antwort der Familie des Präsidenten bezüglich der Durchsuchungen durch die Polizei und der zugrunde liegenden Untersuchung.

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